Fiktives Interview I: "Kenne ich Sie?"

©2012 Frank Klinkert (Zoo Lissabon)

Als Einstieg hier mein Highlight 2012:

Mit der Seilbahn in luftiger Höhe kreuz und quer über den Lissaboner Zoo tuckern, in der Ferne den Tejo glitzern sehen und einige Meter unter uns den Tierbabys beim Großwerden zugucken!

 

Woher ich komme:

Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets und mit kurzen Umwegen über Hinterzarten im Hochschwarzwald und den nur ungleich weniger malerischen Städten Oer-Erkenschwick und Bochum-Wattenscheid wieder in Recklinghausen gelandet. Dort, wo 1968 mein Schicksal seinen Lauf nahm.

Warum ich gerade hier lebe:

„Home is where the heart is“ und das schlägt im Moment im Ruhrgebiet. Abgesehen davon verdiene ich hier zur Zeit einfach meinen Lebensunterhalt.

Was mir am Ruhrpott gefällt:

Ganz klar: der Menschenschlag! Ein bunter Querschnitt durch die Weltbevölkerung, der sagt, was er denkt und einem kleinen Plausch selten abgeneigt ist. Offen und direkt - so läuft das hier. An der Metropole Ruhrgebiet mag ich zudem, dass es hier so viele Angebote gibt. (Nicht, dass ich sie übermäßig nutzen würde - aber ich könnte!) Und ich finde es toll, wenn ich Freunde von ‚außerhalb‘ immer wieder damit überraschen kann, wie grün es hier im Pott doch tatsächlich ist und wie appetitlich eine Currywurst-Pommes-Mayo aussehen kann. Neben den kulinarischen Vorzügen gibt es einen weiteren unschlagbaren: Frau kann hier problemlos ungeschminkt und - ja: Achtung Klischee! - im Jogginganzug samstags morgens in den Supermarkt gehen. Anders wär‘ Stilbruch! (Nicht, dass ich das tun würde - aber ich könnte!)

Was mich hier weglocken könnte:

Die berühmte Million im Lotto? Eine Weltreise? Vielleicht. Ganz bestimmt aber ein ländliches, sonniges Fleckchen auf portugiesischer Erde, in greifbarer Nähe des Atlantiks. Alternativ kämen auch Freiburg im Breisgau nebst Hochschwarzwald, Zeeland ganz oben links in den Niederlanden oder Kanada ganz weit links über den großen Teich in Frage. Aber Palmen wären für den Anfang schon nicht schlecht.

Was mich auf die eine, berühmte Palme bringt:

Ungerechtigkeit.

Wofür ich mich fremdschämen kann:

  • Intolerante und engstirnige Menschen, die sich nicht vorstellen können, dass jenseits ihrer unifarbenen Welt noch ein bunter Horizont wartet.
  • Volleyballspielerinnen, die es schaffen, sich in jedem Spiel mit dem Schiri anzulegen. Sorry, das musste mal gesagt werden …
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler in TV-Untertiteln, Behörden- und Versicherungskorrespondenz und selbstverlegten Büchern bzw. E-Books. Aua!
  • Knutschszenen bei "Schwiegertochter gesucht" und "Bauer sucht Frau". 

Worüber ich mich kaputtlachen kann:

Meine Lachfalten beweisen, dass es da anscheinend kaum etwas gibt, das sie sich nicht noch tiefer in mein Antlitz graben lässt.